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„Hohenlohe, schönes, unbekanntes Land!“

Schwäbisch Hall
Schwäbisch Hall liegt romantisch an der Kocher. Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim (unten) ist zu Recht stolz auf seine Stadt
Schwäbisch Hall
Limpurger Rind
das Limpurger Rind war fast ausgestorben, in Hohenlohe wurde es rückgezüchtet und ist mittlerweile die Premium-Marke der Region
Limpurger Rind
im Regionalmarkt mit der Bauernmarkthalle direkt an der A6 bei Wolpertshausen gibt es eine umfangreiche Auswahl an Produkten aus dem Hohenlohischen
Energiezentrum Wolpertshausen
in Wolpertshausen entstand ein Energiezentrum, "Wahrzeichen" ist der Solarturm
Schloss Langenburg (oben) ist eines der touristischen Highlights der Region. Seine Durchlaucht Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg (unten) freut sich auf Ihren Besuch!
Schloss Langenburg ist nicht nur von Innen sehr sehenswert, eine Umfangreiche Webseite zeigt das breite kulturelle Spektrum der Fürstenfamilie
Zwischen der Heilbronner Bucht und der Grenze zu Bayern liegt das Hohenloher Land, das in west-östlicher Ausdehnung etwa 80 Kilometer misst und von Gaildorf bis Bad Mergentheim etwa auf die gleiche Entfernung kommt. Eine teilweise sehr rauhe, aber gleichzeitig auch liebenswerte Landschaft, die man wirklich als Geheimtip bezeichnen kann.
Der Jurist und Schriftsteller Karl Julius Weber, der 1767 in Langenburg auf die Welt kam und 1832 in Kupferzell starb skizzierte seine hohenlohische Heimat seinerzeit mit diesen Worten: „Das Fürstenthum Hohenlohe ist einer der schönsten Edelsteine in Württembergs Krone, ein Ländchen, das alles aufzuweisen hat, was man sich billiger Weise wünschen mag. Es ist ein schönes Hügelland mit malerischen Thälern, auf der Sommerseite stundenlange Weinberge, auf der Winterseite fruchtbare Ackerfelder, und auf den Höhen herrliche Waldungen. Feldbau und Viehzucht stehen hoch, was besser ist als Fabriken und Manufacturen; der Viehhandel (mit Frankreich) brachte einst gewiß eine Million Gulden in das Land. Die Bevölkerung ist ansehnlich, biedere joviale Menschen, deren Sprache mehr fränkisch als schwäbisch ist, und hübschen Schlages“.
Auch heute gibt es hier beiderseits von Jagst und Kocher noch das Land der Bauern, die vor allem auf der Hohenloher Ebene und im breit ausgeräumten Taubertal Wiesen und Ackerfluren mit großreifigen, PS-starken Traktoren bearbeiten. Tiefgründige Böden, Muschelkalk und Lettenkeuper mit der Auflage von Löß und Lößlehm, auf denen Getreide und Zuckerrüben gedeihen, die Mais und Gräser wachsen lassen. Es versteht sich, dass die Viehzucht als weitere Stärke hinzukommt. Die Zentrale der Hohenloher Fleckviehzucht besitzt ihr neues Domizil in Ilshofen, die versteigerten Kühe und Bullen werden bis nach Südafrika exportiert. An den Stalltüren bezeugen reihenweise Plaketten das Prädikat des heimischen Rindviehs. Neuerdings besinnt man sich auch wieder auf das Boeuf de Hohenlohe, das zwischen 1720 und 1780 von Riedbach und Pfitzingen bis nach Paris getrieben wurde.
Als Premiummarke dazu wird das Limpurger Rind, das fast ausgestorben war, wieder gezüchtet. Auch wenn sich an Kocher, Jagst und Tauber die Landwirtschaft auf dem Rückzug befindet, obwohl die Putenzucht expandiert und mit der Straußenzucht begonnen wurde, ist Hohenlohe immer noch ein führendes Schweineland. Zum bedeutenden Ferkelmarkt in Niederstetten reisen Händler sogar aus Norddeutschland an. Das Gütesiegel des Schwäbisch-Hällischen Qualitätsschweinefleischs ist von der EU anerkannt und verdient das Vertrauen der Verbraucher und Gäste in den Restaurants. Einkaufen kann man in der am 26. Oktober 2007 eröffneten Bauernmarkthalle mit Rast- und Gaststätte in Wolpertshausen, zwei Minuten von der Autobahnausfahrt entfernt. Hier gibt es in erster Linie regionale Produkte, unter anderem von der 1988 gegründeten „Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall“ der inzwischen mehr als 620 Betriebe angehören.
Städte wie Öhringen, Künzelsau,
Schwäbisch Hall, Crailsheim oder Bad Mergentheim zeigen die historische Entwicklung vom Mittelalter bis heute. Am schwächsten ist das in Crailsheim und in Waldenburg zu erkennen, die wurden leider 1945 zerstört. Doch all die anderen Residenzstädtchen der Hohenloher Fürsten wie Ingelfingen, Langenburg, Kirchberg an der Jagst, Bartenstein, Niederstetten und Weikersheim, die Burgen und Schlösser der Freiherren von Stetten und Berlichingen (Jagsthausen) haben vom Kriegsinferno unbeschadet ihren Charme bewahrt.
Unter Napoleon, zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam Hohenlohe zum jungen Königreich Württemberg, das Gebiet weiter nördlich zum Großherzogtum Baden. König Friedrich ließ jedoch auf der Karte seines Landes keinen Namen zu, der sich auf eine ihm untergeordnete Hochadelsfamilie bezog, die zu gewissen Zeiten in seiner Residenz präsent sein musste
Der fränkisch redende Zuwachs im Norden des Königreichs war gewollt namenlos. Als Ersatzbegriff wurde Württembergisch Franken verwendet. Erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts schrieb dann der in Künzelsau geborene Geograf Georg Wagner in seine Karten wieder Hohenlohe und Hohenloher Ebene. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug der in Bächlingen bei Langenburg wirkende und schreibende Pfarrer Rudolf Schlauch, der Vater des Grünen-Politikers Rezzo Schlauch, viel dazu bei, die Schönheiten und Besonderheiten dieser Kulturlandschaft ins Bewusstsein zu bringen.
Hier leben heute rund 450.000 Menschen, die sich als Hohenloher fühlen, wobei die Siedlungsdichte von Westen in Richtung Osten und bayerische Grenze abnimmt. Entsprechend ist die Ausstattung mit Gewerbe und Industrie verteilt - stärker in Öhringen, in Künzelsau und das Kochertal hinunter bis Weißbach als in Schwäbisch Hall und Crailsheim, wobei es überall Betriebe gibt, deren Produkte in alle Welt gehen.
Das heutige Hohenlohe ist über die Autobahnen A 6, A 7 und A 81 sowie mit der seit 140 Jahren verkehrenden Eisenbahn sehr gut erreichbar.
In der unglaublich reichen Kulturlandschaft gibt es viel zu sehen und zu besichtigen. Das reicht von Kirchen, Kapellen Stadtmauern, Wehrgängen und Meilensteinen über die Herrensitze der Reichsritter, der Freiherren von Gemmingen (Maienfels), Berlichingen (nicht nur in Jagsthausen) und von Crailsheim (Hornberg bei Kirchberg an der Jagst) bis hin zu den Residenzen der Grafen und Fürsten von Hohenlohe. Es gibt Schlösser in Ingelfingen, Künzelsau, Öhringen, Pfedelbach, Waldenburg, Kupferzell, Langenburg, Kirchberg, Bartenstein, Niederstetten sowie in Weikersheim und Bad Mergentheim im Taubertal. Und schließlich sind da noch die freien Reichsstädte Schwäbisch Hall und Rothenburg ob der Tauber. Dazu kommen Kloster Comburg bei Schwäbisch Hall und das ehemalige Zisterzienser-Kloster Schöntal im Jagsttal.
Besuchen Sie das Energiezentrum In Wolpertshausen. Machen Sie einen Rundgang über den Energielehrpfad. Hier erfahren Sie alles über Biogasanlagen, Solarthermic, Fotovoltaik, Windkraft und Wärmedämmung.
Auf Schloß Langenburg kann man nicht nur große Teile des Schlosses sondern auch ein sehr interessantes Automuseum mit ausgefallenen und seltenen Exemplaren besichtigen. In der dortigen Orangerie werden auf Wunsch auch private Feiern mit oder ohne Bewirtung für bis zu 100 Personen ausgerichtet.
In Schwäbisch Hall sollte man im Sommer die Freilichtspiele oder das Globe Theater mit ihren ausgezeichneten Programmen besuchen. Ebenso die Spiele in Jagsthausen.
Ein muß für jeden Kunstfreund ist die Kunsthalle Würth mit ihren exklusiven Ausstellungen in Hall. Noch bis zum 16. Dezember 2007 sind hier täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr mehr als 140 Gemälde, Zeichnungen und druckgrafische Arbeiten von Edvard Munch zu sehen.
Es gibt noch mindestens 1.000 weitere wichtige Gründe warum man Hohenlohe besuchen sollte. Man fühlt sich frei in dieser Gegend, in der Mond und Sonne immer wieder für neue unglaubliche Farbnuancen sorgen.
Die Einwohner sind längst nicht mehr alle Einheimische. Das melodische, ostfränkisch klingende Hohenlohisch wird immer mehr vom Schwäbischen bedrängt. Die Hohenloher sind aufgeschlossen und weltoffen, zugleich abwartend und heimatverbunden. Gleichzeitig wird ihnen eine gewisse Schlitzohrigkeit nachgesagt, und tatsächlich soll man bei den Urhohenlohern eine Kerbe an der Ohrmuschel erkennen. Wie dem auch sei: Es ist der rechte Menschenschlag in einer harmonischen Landschaft.

Prospekte, Auskünfte und Infos bekommen Sie unter Tel.: 0791-580120 + 07940-18206 oder
www.hs-tourismus.de
www.kocherjagst.de
www.hohenlohe.de

Text: J. Meissmer
© alle auf dieser Website veröffentlichten Fotos fotoagentur-stuttgart.de