|
|

Traumstrand, Vulkan und die Muskatnuss
Karibik ist Partnerregion der CMT 2010 in Stuttgart / Ureigenes Lebensgefühl auf St. Lucia, Barbados, Grenada und anderen Inseln
Stuttgart (04.01.2010) So ungefähr stellt man sich sein Urlaubsparadies vor: puderzuckerfeiner Sandstrand, Kokospalmen, türkisfarbenes Meer, Calypsoklänge aus der Beachbar, und zum dramatisch schönen Sonnenuntergang frägt einen der freundliche Kellner, ob man dazu nicht vielleicht einen eisgekühlten Rum-Punch haben möchte… „Liming“ nennen die Einwohner der Karibik das gepflegte Herumhängen, ein Smalltalk hier, ein Flirt mit der Nachbarin dort, gutes Essen, viel Zeit für den Genuß des Lebens. Alles aber bloß kein Stress. Daran könnte man sich gewöhnen. Jede Menge „Caribbean Lifestyle“ gibt es vom 16. 24. Januar 2010 auf der CMT in Stuttgart zu erleben: die Karibik präsentiert sich dort als ebenso exotische wie vielfältige Partnerregion.
Anse Chastanet, Postkartenmotivbucht auf der Insel St. Lucia, ist einer jener Orte, von denen man eigentlich nicht mehr weg will. Gleich um die Ecke ragen die beiden bizarren Vulkankegel der Pitons über 800 Meter hoch aus dem Meer, der Fischerort La Soufrière bietet buntes einheimisches Leben, die Sulphur Springs als einziger Drive-in-Vulkan in der Karibik gestatten einen tiefen Blick in den Bauch von Mutter Erde, auf Fond Doux Estate beeindruckt ein 50 Hektar großer tropischer Park, in dem von Kakao, Orangen, Ananas und Grapefruit bis hin zu Mango, Muskatnuss, Brotfrucht und Kaffee so ziemlich alles wächst, was man sich nur vorstellen kann.
Klar, dass so viel üppige Natur auch die Schönen und Reichen dieser Welt anlockt. Im Jade Mountain Hotel, dem vor drei Jahren eröffneten, aber immer noch nicht ganz fertig gestellt wirkenden Gesamtkunstwerk des russisch-kanadischen Architekten Nick Troubetzkoy und seiner deutschen Frau Karolin, war unter anderem Amy Winehouse schon zu Gast. Das Besondere an den 24 individuell gestalteten Suiten: sie haben keine Außenwand, den Abschluss in Richtung Meer und den Traumblick auf die beiden Pitons bilden bis zu 80 Quadratmeter große Infinity Pools, jeder einzelne mit glasierten Kacheln in anderer Farbe. Geschlafen wird unterm Moskitonetz im Himmelbett. Kein Radio, kein Fernsehgerät, kein Telefon. Die Preise beginnen bei etwa 800 Euro pro Nacht dafür wohnt man in einem der Top-Ten-Luxushotels der Welt. Und die Aussicht ist wirklich Atem beraubend.
Etwa auf halbem Wege in den Norden der Insel bietet die wunderschön gelegene Marigot Bay als „Hurricane Hole“ Seglern Schutz vor stürmischen Winden. Die Bucht bildete bereits den Hintergrund für viele Hollywood-Filme. Im Marigot Bay Hotel lockt Manager Dominik Ruhl („Ich war viel unterwegs in der Welt aber das hier ist schon eine ganz besondere Ecke“) neue Gäste mit einer Woche Übernachtung/Frühstück samt Tauchpaket zum Preis von 999 Euro. Noch deutlich volkstümlicher geht es im Norden von St. Lucia zu. Im Coco Palm Resort in Rodney Bay zum Beispiel gibt es das Doppelzimmer außerhalb der Hochsaison auch schon für zweistellige Eurobeträge. Kurios: Direktor Jean St. Rose spricht Deutsch mit unverkennbar bayerischem Akzent hat er doch als junger Mensch im Bayerischen Wald die Schulbank gedrückt und anschließend seine Ausbildung bei Steigenberger absolviert.
Von Rodney Bay ist es nur noch ein Katzensprung zum der Nordküste vorgelagerten Inselchen Pigeon Island. Dort kann man in den Überresten der einstigen Bastion ein Stück Kolonialgeschichte studieren. Der strategisch wichtige Punkt war stets zwischen den Engländern und den Franzosen umkämpft. Nach dem „Battle of the Saints“, einer grausam-blutigen Seeschlacht 1782, übernahmen die Briten endgültig die Kontrolle über St. Lucia. Die Franzosen zogen sich auf das 40 Kilometer entfernte Martinique zurück. Heute kreuzen keine Kriegsschiffe mehr vor St. Lucia. Dafür sehen wir in der untergehenden Abendsonne den Zweimaster „Unicorn“ in Rodney Bay einlaufen, das Original-Schiff von Cäptn Jack Sparrow aus „Fluch der Karibik“. Man kann es mieten und so ein bisschen Piraten-Feeling erleben.
Ganz anders als St. Lucia präsentiert sich die Nachbarinsel Barbados. Das Eiland ist von der Zuckerrohrproduktion geprägt und mit 270.000 Einwohnern wesentlich dichter besiedelt. Weiße Traumstrände ziehen sich wie ein Ring um Barbados, das „very british“ wirkt; die meisten Touristen kommen denn auch aus England. Vor allem die Westküste glänzt mit exklusiven Resorts inmitten tropischer Blütenpracht, während es an der Ostküste weitaus wilder zugeht. Der Atlantik brandet mit hohen Wellen an, und im „Hot Spot“ Bathsheba messen sich jedes Jahr die besten Windsurfer miteinander. Etwas weiter unten, im Südosten der Insel, bietet die Bottom Bay mit weissem Sand, türkisfarbenem Wasser, Kokospalmen und zwei Cliffs auf beiden Seiten Bacardi-Feeling pur.
Wer einmal mit Meeres-Schildkröten und Rochen schnorcheln möchte, besteigt in Bridgetown, ganz „easy going“, zu einem Tagesauflug den Katamaran. Ein Besuch bei Maggie Bell in den Red Clay Potteries und im Sunbury Plantation House vermittelt einen Einblick in Kunsthandwerk und Kolonialgeschichte von Barbados. Und am Thema Zuckerrohr kommt hier sowieso niemand vorbei. Empfehlenswert: eine Tour durch die Mount Gay Distillery dort wird einer der besten Rums in der ganzen Karibik gebrannt und das schon seit mehr als 300 Jahren. „Über 1.500 Rum Shops gibt es auf unserer Insel“, sagt Touristenführerin Sherry mit einem Augenzwinkern, „aber Vorsicht: viele davon stehen direkt neben einer Kirche…“
Grenada wirbt mit dem Slogan „The Spice of the Caribbean“ für sich. Die südlichste der Kleinen Antillen ist für ihre hervorragenden Muskatnüsse bekannt, aber auch für andere Gewürze, wie Nelken, Ingwer, Zimt, Piment und Lorbeer. Doch Grenada, das 1983 durch eine US-Militärinvasion kurzzeitig in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit rückte, weil die Amerikaner wegen der linksgerichteten Regierung von Maurice Bishop ein zweites Kuba befürchteten, hat weitaus mehr zu bieten als Gewürze. Die Insel ist ein einziger, wild wuchernder Garten Eden, in dem alles wächst, was man sich nur vorstellen kann. „Unser Vulkanboden ist extrem fruchtbar, nur die Insel Java in Indonesien kann da mithalten und wir haben die größte Biodiversität auf der ganzen Welt!“ Einen besseren Botschafter als Guide Roger Augustine, der die Insel kennt wie seine Hosentasche, wird Grenada schwerlich finden. Der 35jährige fährt uns auf halsbrecherisch steile Straßen über die wild zerklüftete Topographie der Insel, vorbei an kleinen, bunten Dörfern, Bananenplantagen, Orchideen, Ingwerlilien, tropischem Regenwald und Wasserfällen. Die Seven Sisters Waterfalls, von denen sich junge Männer gegen ein Trinkgeld 15 Meter in die Tiefe stürzen, erreichen wir nach einer äußerst schweißtreibenden Tour mit dem 70jährigen Telfor Bedeau er klettert die steilsten Urwaldhänge hoch wie eine Gämse. Alle Berge Grenadas hat der top fitte Pensionär bereits bestiegen, den höchsten, den Mount St. Catherine, zum 70. Geburtstag vor ein paar Monaten, und die Insel zweimal mit dem Kanu komplett umrundet. „Das müssen wohl die Gene sein“, grinst Telfor spitzbübisch, „hier in der Karibik ist halt alles gut gemischt…“
Schon beim Landeanflug auf Grenada zeigt sich die Insel in ihrer ganzen Schönheit: dicht bewaldete Gebirgsketten mit Mahagoni, Zedern und Bambus ziehen sich über schroffe Bergflanken, bunte Holzhäuser setzen Farbtupfer ins üppige Grün, die Kraterseen Grand Etang und Lake Antoine künden von der vulkanischen Vergangenheit des Eilandes. Die meisten Ortschaften reihen sich entlang der Küstenstraße, die um die ganze Insel herum führt. Dazu immer wieder Traumstrände, wie etwa Levera Beach im Norden, La Sagesse im Südosten, Aquarium Beach mit dem Boutique-Hotel Maca Bana, Morne Rouge mit dem Luxusresort La Luna und Grand Anse mit eher größeren Hotelanlagen im Südwesten oder aber der unberührte Cabier Beach an der wilden, dem Atlantik zugewandten Ostseite. Ganz oben im Norden treffen wir Uwe und Kate Baumann in ihrem kleinen, passenderweise „Almost Paradise“ genannten Hideaway mit Blick auf die vorgelagerten Grenadinen-Inseln und das Taucherparadies Ile de Caille. Dort betreiben der gebürtige Pforzheimer und seine kanadische Frau ein kleines Restaurant mit sieben angegliederten Wohneinheiten, das Studio ab ca. 75 Euro pro Tag. „Für uns“, sagt der Ex-Polizist und Diplom-Kaufmann, der vor elf Jahren in Grenada hängen blieb, „gibt es keinen schöneren Platz auf der Welt hier gehen wir nie wieder weg!“
Für Marktfrau Lucy, die täglich auf dem Markt der pittoresken Inselhauptstadt St. Georges ihre Gewürze an den Mann beziehungsweise die Frau bringt, stellt sich diese Frage sowieso nicht: sie kennt nichts anderes als Grenada. Wie sie da inmitten von Kardamon, Muskatnuss (die auf Englisch Nutmeg heißt), Nelken, Chilli und Zimt mit üppigem Lachen unterm Sonnenschirm thront, verkörpert sie karibische Lebensfreude pur. „Buy some spices, Brotha…“ Und nicht vergessen: „Nutmeg is good for making love!“ Na dann.
Auf der CMT 2010 präsentieren sich vom 16. 24. Januar 13 autonome Inselstaaten am Stand der Arbeitsgemeinschaft Karibik in Halle 8: Anguilla, Antigua & Barbuda, Aruba, Barbados, British Virgin Islands, Cuba, Curacao, Dominica, Dominikanische Republik, Grenada, Guadeloupe, Puerto Rico und St. Lucia. Während aller neun Messetage gibt es Musik einer Steeldrum-Band und eine Cocktail-Bar, man kann einem Zigarrendreher bei seiner Arbeit auf die Finger schauen - und am eigenen Gaumen schmecken, was es mit dem Schärfegrad einer Caribbean Hot Sauce so auf sich hat.
Weitere Informationen über die Karibik im allgemeinen: www.karibik-info.de
Zu den drei Inseln: www.stlucia.org, www.barbados-karibik.de und www.grenadagrenadines.com
Die CMT 2010 ist vom 16. 24. Januar täglich von 10 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt zu Europas größter Publikumsmesse für Touristik und Freizeit kostet zwölf Euro, ermäßigt acht Euro.
© Fotos & Text: CMT Messe 2010
|
|
|
|