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Amokläufer von Winnenden erschießt 15 Menschen
Bericht der Polizeidirektion Waiblingen zum Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden
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| Gedenk- und Trauergottesdienst in der St.Karl Borromäus-Kirche am Abend des 11. März 2009 in Winnenden zum Amoklauf in der Albertville-Realschule (Foto oben/unten) |
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| Kerzen erleuchteten den Abend des 11. März vor der Albertville-Realschule |
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| das Schulzentrum blieb am 12. März geschlossen, der Unterricht fiel für die rund 1.000 Schüler aus |
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| Entsetzen herrschte die Stunden nach dem Amoklauf rund um das Schulgelände. Die Einsatzkräfte waren permanent im Einsatz |
Waiblingen (12.03.2009) - Am Mittwoch, 11.03.2009, gg. 09.30 Uhr betrat ein 17-jähriger ehemaliger Schüler der Albertville-Realschule Winnenden das Schulgelände in der Albertviller Straße und begab sich ins 1. Obergeschoss. Dort ging er zielgerichtet in 3 Klassenzimmer und zog eine mitgeführte Pistole, 9mm Beretta. In den Räumen war zu diesem Zeitpunkt Unterricht. Der Amokschütze, der in Leutenbach - Weiler zum Stein wohnte, schoss zielgerichtet auf die anwesenden Schüler und Lehrerinnen. Es handelt sich um Schüler/-innen der 9. und 10. Klassen, sowie drei Lehrerinnen.
Die Winnender Polizei, die bereits 3 Minuten nach Absetzen des 1. Notrufs vor Ort war konnte vermutlich durch das schnelle Eingreifen eine weitere Eskalation des Amoklaufs verhindern. Als der Täter die einschreitenden Polizeibeamten in der Schule wahrnahm, gab er auch auf sie gezielte Schüsse ab, verletzte aber niemand. Danach flüchtete er aus dem Gebäude zu Fuß. Auf dem Fluchtweg, noch im Schulgebäude, schoss er auf zwei weitere Lehrerinnen und tötete sie im Flur. Den Einsatzkräften am Tatort bot sich ein Bild des Grauens. Insgesamt wurden 7 tote Schüler in 2 Klassenzimmern aufgefunden und eine getötete Lehrerin im Physikraum. Zwei weitere Schülerinnen, die schwer verletzt vorgefunden wurden, erlagen ihren Verletzungen auf dem Weg ins Krankenhaus.
Bei den getöteten Kindern handelt es sich um 8 Mädchen und 1 Jungen. Die Opfer sind alle deutsche Staatsbürger, mit Ausnahme eines Schülers aus dem Kosovo. Acht weitere Kinder und eine Lehrerin wurden verletzt in umliegende Krankenhäuser verbracht. Bei den Lehrerinnen handelt es sich um eine junge Referendarin und 2 Frauen mittleren Alters.
Der Täter flüchtete, wie rekonstruiert werden konnte, in Richtung des Krankenhauses „Zentrum für Psychiatrie“, das sich nordwestlich der Schule mit einer größeren Parkanlage anschließt. Hier traf er auf einen unbeteiligten Passanten, den er aus ungeklärten Gründen erschoss. Bei der weiteren Flucht kidnappte der Amokschütze einen 41 Jahre alten Autofahrer mit seinem Wagen in der Winnender Innenstadt. Er zwang ihn in Richtung Autobahn zu fahren.
In Wendlingen endete der Amoklauf eines 17-Jährigen aus Leutenbach im Rems-Murr-Kreis am Mittwochmittag. Der junge Mann flüchtete nach Wendlingen, ging dort in ein Autohaus und erschoss ohne Vorwarnung zwei Männer. Während eines anschließenden Schusswechsels mit der Polizei hat sich der 17-Jährige dann wahrscheinlich selbst erschossen.
Zum Amokschützen ist bislang bekannt, dass es sich um einen eher introvertierten jungen Mann handelt, der im letzten Jahr nach der mittleren Reife die Albertville-Realschule verließ. Der 17-jährige galt bisher nicht als auffällig. Sein Vater ist im Schützenverein und hat die Berechtigung legal Waffen im Haus unter Verschluss zu verwahren. Woher die eingesetzte Munition stammt, ließ sich bislang noch nicht abschließend klären.
OB Schuster spricht tiefes Mitgefühl aus
Mit großer Bestürzung hat Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster auf den Amoklauf in Winnenden reagiert. In Schreiben an seinen Amtskollegen Oberbürgermeister Bernhard Fritz und an die Schulleiterin der Albertville-Realschule hat er sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen:
"Fassungslos und voller Entsetzen stehen wir dem schrecklichen Amoklauf gegenüber. Im Namen aller Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt, unseres Gemeinderates und ganz persönlich möchte ich Ihnen und allen Betroffenen mein aufrichtiges und tief empfundenes Beileid aussprechen. Ich darf Ihnen versichern, dass wir in tiefer Trauer an Ihrer Seite stehen."
OB Schuster weiter: "Es fällt mir schwer, für das unfassbare Geschehen dieses Tages Worte zu finden. Der grausame Anschlag in der Albertville-Realschule und die folgenden Ereignisse führen uns erschreckend vor Augen, wozu Menschen fähig sein können. Dies schmerzt umso mehr, als wir derartigen Anschlägen nur bedingt entgegenwirken können."
Text: Polizeidirektion Waiblingen/Esslingen, Stadt Stuttgart
Fotos: Andreas Rosar, Fotoagentur Stuttgart
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