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U6-Erweiterung am Fasanenhof bringt 4 Neue Haltstellen
Tunneldurchschlag des 370 Meter langen Tunnel - Baukosten ca. 80 Millionen Euro für 2,7 Kilometer

Tunneldurchschlag U6 Fasanenhof
die Baustelle der U6-Verlängerung am Fasanenhof
Tunneldurchschlag U6 Fasanenhof
Tunneldurchbruch (oben und unten) mit Reinhold Schanz (Stadtdirektor und Leiter Tiefbauamt STG), Wolfgang Schanz (Tiefbauamt), Pfarrer Jürgen Spohn, Dr. Heiko Merkelbach und Karin Roth (parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr)
Tunneldurchschlag U6 Fasanenhof
am 21. Dezember 2008 um 11.32 Uhr war es soweit: Tunneldurchschlag der 370 Meter langen Röhre. Gesamte Baukosten: 80 Millionen Euro für 2,7 Kilometer neue Strecke für die Stadtbahn U6, Eröffnung voraussichtlich im Herbst 2010.
Tunneldurchschlag U6 Fasanenhof
Stuttgart (22.12.2008) - Neben dem Bau der beiden letzten Teilabschnitte der U 15 in Zuffenhausen und Stammheim hat die SSB seit Herbst 2007 ein weiteres, großes Stadtbahnbauprojekt zu bewältigen: Die Verlängerung der U6 zum Fasanenhof. Nicht nur der Bau hat es in sich, schon die Planung gestaltete sich schwierig. Am 21. Dezember 2008 konnte nun der Tunneldurchbruch gefeiert werden. Tunnelpatin Karin Roth (Bundesministerium für Verkehr) wird sich von „ihren“ Mineuren verabschieden, denn der Tunneldurchschlag ist der letzte offizielle Akt im bergmännischen Vortrieb. Die Heilige Barbara (siehe drittes Foto von oben rechts), die seit dem Tunnelanschlag im Juni die Tunneleinfahrt behütet, wird noch einige Wochen länger gebraucht. Erst nach dem Bau der Tunnelinnenschale wird sie zum Dank und zur Erinnerung an Karin Roth übergeben. Nach dem Tunneldurchschlag beginnt die Winterpause, die bis 7. Januar 2009 dauern wird. Dann geht es wieder los mit den Bauarbeiten einerseits und für die SSB mit Gesprächen und Planungen zur Verlängerung der U6 bis zur Messe andererseits.

Anfang 2001 wurden erste Varianten für eine Stadtbahnverlängerung zum Fasanenhof und zur Neuen Messe entwickelt. Zum ersten Mal in der Planungsgeschichte der SSB war unter der Leitung der SSB-Tochter Switch ein projektbegleitender Arbeitskreis an der Variantenuntersuchung beteiligt. Somit waren wichtige Entscheidungsträger wie Zuwendungsgeber, Verband Region Stuttgart, Landkreis Esslingen, Stadtverwaltung der Landeshauptstadt, Stadt Leinfelden-Echterdingen, Flughafen Stuttgart, Deutsche Bahn und VVS schon frühzeitig in die Planung eingebunden. Bei der Abwägung der Vor- und Nachteile verschiedener Planungsvarianten hat sich der Aufsichtsrat der SSB am 12.März 2002 für die Südvariante ausgesprochen.

Verlauf der Strecke

Die Stadtbahnstrecke verlässt die Strecke der U5 zwischen Freibad und Leinfelden nach der Haltestelle Möhringen Freibad erst kurz vor der Autobahn und führt dann entlang der Böschung des Lärmschutzdammes
zur Autobahn. In diesem Bereich ist die Trasse oberirdisch und als Rasenbahnkörper geplant. Vor der Kreuzung mit der Fasanenhofstraße wird die Trasse über eine Rampe in Tieflage abgesenkt. Direkt unter der neuen Brücke Fasanenhofstraße ist die nach oben geöffnete Haltestelle
Bonhoefferkirche mit Seitenbahnsteigen vorgesehen. Der Zugang von Westen und von Osten erfolgt jeweils über Treppenanlagen und Rampen. Wegen der unmittelbaren Nähe der Behindertenwohnanlage Fasanenhof zum östlichen Ende der Haltestelle werden die Rampen auf der Ostseite der Haltestelle mit flacherer Neigung von zirka 4,5 Prozent ausgeführt. Die Erschließung integriert sich in das Wegesystem und stellt gleichzeitig die vorhandene Wegeverbindung im Zuge des Grünzuges Janusz-Korczak-Weg wieder her. Die Seitenbahnsteige werden jeweils von den beidseits geführten behindertengerechten Fußwegrampen am tiefsten Punkt erschlossen. Beide Bahnsteige werden zusätzlich über Treppenanlagen jeweils westlich und östlich der Straßenbrücke erschlossen. Betriebsräume und ein Unterwerk sind im südlichen Brückenwiderlager der Brücke Fasanenhof untergebracht.
Der weitere Verlauf der Strecke befindetsich in der Achse der Grünzäsur des Janusz-Korczak-Wegs. Dort wird die Trasse unterirdisch geführt. Diese Lösung ermöglicht es, den Eingriff in erholungsbedeutsame Flächen auf ein Mindestmaß zu reduzieren und gleichzeitig, nach Wiederherstellung der Parkanlagen, die Fußgängerquerungen in Ost-West-Richtung, aber auch die Querverbindungen zwischen dem südlichen und dem nördlichen Stadtteil wieder herzustellen. Dieses rund 630 Meter lange Tunnelstück wird in offener Bauweise hergestellt und endet direkt vor der Haltestelle Europaplatz.

Hauptbaumaßnahme Tunnelbau

In der Hauptbaumaßnahme, die Ende Oktober 2007 startete, wird parallel zum Bau des bergmännischen Tunnels, der von einer Startbaugrube im Bereich der zukünftigen Haltestelle Eichwiesenring aus erschlossen wird, auch der Tunnel in offener Bauweise hergestellt. Um auch hier die Bauzeit so gering wie möglich zu halten, beginnen die Bauarbeiten parallel an den Haltestellen Bonhoefferkirche und Europaplatz. Weiterhin wird vom Europaplatz aus der Tunnel in offener Bauweise auch in Richtung Osten hergestellt und trifft dann im Spätsommer 2008 auf den Tunnel in der bergmännischen Bauweise. Bis Ende des Jahres 2008 wird auch der Aushub und der Verbau der beiden Rampen fertiggestellt sein, so dass dann bis Mai 2009 die Betonierarbeiten des Rohbaus abgeschlossen werden können.

Text: SSB AG
Fotos: Andreas Rosar