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Mehr als 200 Aussteller auf der Slow Food 2007
Auf dem „Marktplatz des guten Geschmacks“ gibt es regionale Produkte zum Genießen
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| vom 15. bis 17. Juni findet am Killesberg die SlowFood 2007 statt |
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| Auch der Kräuterbauer "Libi-do" Paul Joesph Stoiber aus Kösslarn hat einen schönen Stand aufgebaut und präsentiert wunderbare Kräuterpasten und verschiende Öle. Noch in der Bauphase: www.kraeuterbauer.de |
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| Christine Grotendiek der C.W. Tropicai GmbH hat in der Hand Kokosnuss Oil, ein natürliches Fett zum Braten mit gesunden Fett. Mehr Infos unter www.tropicai.com |
Stuttgart (15.06.2007) - Die gute Nachricht vorweg: in den vergangenen drei Wochen wuchs das Interesse an der Slow Food in einem Maße, dass die bis dahin schon überraschend gute Resonanz auf die Messe noch einmal getoppt wurde. Die Messe Stuttgart begrüßt mehr als 200 Aussteller aus Deutschland, Österreich und Italien (Schwerpunkt Südtirol), die vom 15. bis 17. Juni auf dem Killesberg ihre regionalen Spezialitäten präsentieren; apropos Südtirol: die Bergsteiger-Legende Reinhold Messner wird in seiner eher unbekannten Funktion als „Bergbauer“ im Rahmen des Fachprogramms der Slow Food am Samstag, 16. Juni, als Referent zum Thema „Lebensqualität und Heimat“ auftreten.
Die Slow Food 2007 begreift sich als nationale und internationale Plattform in Deutschland für Erzeugnisse, die im Sinn der Slow Food Philosophie hergestellt werden. Zudem ist sie die einzige Messe in Deutschland, die von Dachorganisation Slow Food Deutschland direkt unterstützt und mitgetragen wird. Das Ziel dieser Messe besteht darin, im regionalen und deutschen Markt ein Forum für Erzeuger und Verbraucher hochwertiger regionaler Nahrungsmittel zu schaffen. „Die ,Slow Food’ ist eine Verbrauchermesse, die im Sinn der Slow-Food-Idee eine einzigartige Vielfalt von Produkten bester genusshandwerklicher Qualität zum Verkauf anbietet“, sagt Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart, und ist sich damit mit Otto Geisel, Vorsitzender von Slow Food Deutschland, einig. Das Spektrum der ausgestellten Produkte, die nach den äußerst strengen Richtlinien von Slow Food ausgewählt wurden, beinhaltet folgende Bereiche: Brot & Getreideerzeugnisse, Molkereiprodukte, Käse, Obst & Gemüse, Fisch & Meeresfrüchte, Fleisch, Schinken & Wurstwaren, Feinkost, Öle, Essige & Kräuter, Schokolade, Konfitüren & Eis und Getränke aller Art kurz ein Marktplatz des Geschmacks und Genusses zum Sehen, Riechen, Schmecken und sich Verführen lassen. Dabei können alle diese Produkte nicht nur verkostet, sondern käuflich erworben werden. Die Stände befinden sich in den Messehallen 5.2 und 4.1, zudem werden in der Lobby zwischen den beiden Hallen Informationsstände von Slow Food www.slowfood-messe.de und MBW Marketinggesellschaft Baden-Württemberg www.mbw-net.de, bekannt u. a. durch die Initiative „Schmeck den Süden“ oder „Pfännle on Tour“, sowie ein Restaurant der gehobenen Klasse zu finden sein.
„Der Weise aber entscheidet sich bei der Wahl der Speisen nicht für die größere Masse, sondern für den Wohlgeschmack.“ Das Zitat des griechischen Philosophen Epikur steht beispielhaft für die Philosophie, die sich Repräsentanten des Slow Food-Gedankens zu eigen gemacht haben. Nicht nur die Qualität des Pflanzenanbaus oder der Zucht, die Pflege von Rohstoffen oder Nutztieren und schließlich die adäquate Verarbeitung dieser Produkte sind dabei essenziell - der Trend geht erkennbar zum regionalen Erzeugnis. In Zeiten von industriellem Designer-food, Gammelfleisch und globaler Produktion minderwertiger oder gen-manipulierter Waren stehen die einheimische Käserei, der Tierzüchter vor Ort oder die landschaftliche Vielfalt beispielsweise der Streuobstwiesen mit ihren verschiedenen Apfelsorten für Qualität. Dies erkennen nicht nur immer mehr Obst- und Gemüsebauern sowie Vieh- und Geflügelzüchter, sondern auch ständig mehr Städte in Deutschland, die sich der „Slow-City“-Bewegung angeschlossen haben: darunter Überlingen am Bodensee, Waldkirch bei Freiburg oder das fränkische Schwarzbruck.
Und diese Erkenntnis wird immer wichtiger, wenn nicht gar überlebensnotwendig: Nach einer Untersuchung der „Slow Food Foundation for Biodiversity“ im italienischen Bra sind seit 1900 rund 75 Prozent des einst vielfältigen Nahrungsmittelangebots in Europa verloren gegangen, in den USA sind es sogar 93 Prozent. Außerdem seien 33 Prozent der Nutztierrassen kurz vor dem Aussterben oder zumindest davon bedroht und 30.000 Gemüsesorten seien im vergangenen Jahrhundert weltweit aus den Anbaugebieten verschwunden: Alle sechs Stunden, so die Hochrechnung der Slow Food Stiftung, gehe eine weitere Gemüsesorte verloren. Diese bedenkliche Entwicklung will Slow Food stoppen. Die Vielfalt fördern, heißt dabei Acht geben auf die Vielzahl der Sorten und Arten und diese mit allen Mitteln bewahren. Manche Gemüseart ist in Vergessenheit geraten, weil sie nicht mit industriellen Methoden produziert werden kann. In der heutigen Züchtung sind Ertrag und Haltbarkeit die entscheidenden Kriterien, der Geschmack spielt eher eine untergeordnete Rolle - denn der wird häufig durch nachträglich hinzugefügte Aromen im Labor komponiert. Slow Food hält dagegen und versucht, einen neuen Markt für Produkte alter Nutztierrassen und seltener essbarer Pflanzenarten zu schaffen. Der seit Jahren anhaltende Erfolg gibt dieser Idee recht.
Die Slow Food 2007 beginnt am Freitag, 15. Juni, und endet am Sonntag, 17. Juni 2007. Die Öffnungszeiten: Am Freitag von 10 bis 19 Uhr, am Samstag von 11 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr.
Text & Logo: Messe Stuttgart
Foto: Andreas Rosar, fotoagentur-stuttgart.de
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