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Folsäure ist wichtig bei Herz-Kreislauf-Problemen und Kinderwunsch
vor allem junge Frauen mit Kinderwunsch müssen auf eine ausreichende Versorgung achten

Palazzo 2007
Ältere Menschen und junge Frauen mit Kinderwunsch sollten auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure achten.
Stuttgart (03.12.2007) - Obwohl in Deutschland Nahrungsmittel im Überfluss vorhanden sind, sprechen Experten bei der Versorgung mit dem lebenswichtigen Vitamin Folsäure von einer kritischen Situation: Viele Menschen nehmen zu wenig davon täglich zu sich. Auf eine ausreichende Versorgung mit Folsäure sollten insbesondere ältere Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere achten. 

Zur Vorbeugung eines Folsäuremangels empfehlen Ernährungsexperten Jugendlichen und Erwachsenen täglich 400 Mikrogramm Folsäure aufzunehmen. Sich mit Hilfe der deutschen Durchschnittskost ausreichend mit Folsäure zu versorgen, ist schwierig, denn diese enthält in der Regel wenig folsäurereiche grüne Blattgemüse, Kohl, Hülsenfrüchte und Leber. So haben Untersuchungen ergeben, dass die Bundesbürger nur rund 200 – 250 Mikrogramm Folsäure pro Tag mit der Nahrung zuführen. Diese Unterversorgung wird noch dadurch begünstigt, dass Folsäure sehr licht-, sauerstoff- und hitzeempfindlich ist. 

Folsäure spielt eine wichtige Rolle im Eiweißstoffwechsel: Sie sorgt zusammen mit den Vitaminen B6 und B12 dafür, dass das giftige Stoffwechselzwischenprodukt Homocystein unschädlich gemacht wird. Bei einer unzureichenden Versorgung mit Folsäure und im Alter steigt der Homocystein-Spiegel im Blut an. Wer dauerhaft zuviel Homocystein im Blut hat, erhöht sein Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte, weil diese Substanz die Blutgefäße schädigt. Menschen, bei denen weitere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorliegen oder die bereits Herz-Kreislauf-Probleme haben, sollten die Höhe ihres Homocystein-Spiegels beim Arzt bestimmen lassen, raten Experten. Liegt dieser über 10 Mikromol pro Liter, empfehlen Ärzte den Verzehr von mehr folsäurereichen Lebensmitteln. Bei Werten über 15 Mikromol pro Liter reicht eine Ernährungsumstellung alleine nicht mehr aus; man sollte Folsäure in Form von Tabletten oder Spritzen zuführen. Forscher der Universität Jena hatten festgestellt, dass die hochdosierte Vitaminkombination Medyn forte (Folsäure, Vitamin B6 und B12) den Homocystein-Wert wirksam senkt und die Schädigung der Blutgefäßwände verringert. Dieses Präparat ist in Deutschland als einziges Kombinationsarzneimittel für die zuverlässige Senkung erhöhter Homocystein-Werte zugelassen.

Folsäure übernimmt außerdem eine wichtige Aufgabe beim Wachstum von Zellen und der Entwicklung von Geweben. Besonders gefährlich ist deshalb eine unzureichende Versorgung mit diesem Vitamin für Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere. Ein Mangel an Folsäure in der frühen Schwangerschaft kann beim heranwachsenden Baby zu Fehlbildungen am Rückenmark und im Gehirn führen und ist ein Grund für den sogenannten „offenen Rücken“ (Spina bifida), mit dem jedes Jahr rund 800 Babys auf die Welt kommen. Zu wenig Folsäure in der Schwangerschaft kann auch das Risiko für Fehlgeburten erhöhen. Deshalb empfehlen Fachleute Frauen mit Kinderwunsch mindestens vier Wochen vor dem Eintreten einer Schwangerschaft und Schwangeren in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten täglich 400 Mikrogramm Folsäure in Form von Tabletten. Der Gesamtbedarf von Schwangeren liegt bei 600 Mikrogramm pro Tag. 

Eine Infobroschüre zum Thema Homocystein kann gegen Einsendung eines mit der eigenen Anschrift versehenen und mit 1,45 Euro frankierten DIN A5-Rückumschlags beim Deutschen Grünen Kreuz angefordert werden. Die Adresse:

Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Stichwort Homocystein
Schuhmarkt 4
35037 Marburg

Text: Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Foto: Yuri Arcurs ©
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