97. Landwirtschaftliches Hauptfest in Bad Cannstatt bis zum 1. Oktober 2006
Stuttgarts größter Bauernhof: Technik, Tiere, Information und gute Unterhaltung

Das 97. Landwirtschaftliche Hauptfest geht am 23. September wieder los auf dem Cannstatter Wasen. |

Felix (6) mit der Kuh Celina (7) und die kleine Cilli (6 Monate). |

Im Bild Felix (6) auf dem Größten Traktor auf dem Wasen, der Claas xerion 3300 Trac ist 335 PS stark und wiegt ca. 11 Tonnen, ist 50km/h schnell und die Reifen sind 1,90 Meter hoch. Der Traktor kostete 215.000,- Euro. |

Sara (24) Putz den Mähdrescher. |
|
|
Stuttgart - Zum 97. Mal präsentiert sich das Landwirtschaftliche Hauptfest in seiner 188-jährigen Geschichte auf dem Cannstatter Wasen. Unter dem Motto „Entdeck’ den Bauern in dir“ informiert die Agrarmesse vom 23. September bis 1. Oktober über landwirtschaftliche Fachfragen und über Verbraucherthemen. Das Fest bietet allen Interessierten eine hervorragende Gelegenheit, sich mitten im Großstadtleben vom Angebot und der Vielfalt der heimischen Land-, Ernährungs- und Forstwirtschaft zu überzeugen. Neben den vielfältigen Informationen wird mit Tierschauen und einem interessanten Programm auch für Unterhaltung gesorgt.
„Wir haben enormen Zuspruch aus dem In- und Ausland erfahren“, sagt Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft, die erstmals für die Ausstellungsorganisation verantwortlich zeichnet. „Mehr als 500 Aussteller aus Deutschland und dem Ausland haben sich angemeldet und weitere stehen auf einer Warteliste“, so Andreas Kroll weiter. Die meisten ausländischen Aussteller kommen aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Frankreich, aber selbst Schweden, Pakistan und Neuseeland sind vertreten. „Damit ist das Landwirtschaftliche Hauptfest die größte Agrarmesse Süddeutschlands in diesem Jahr“, freut sich Andreas Kroll.
Insgesamt stehen rund 130.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche in Zelten und im Freien zur Verfügung. Damit ist das LWH die größte Fachausstellung für die Land- und Forstwirtschaft im Südwesten, die ab 2006 im vierjährigen Turnus in Stuttgart ihren festen Platz hat.
Das Landwirtschaftliche Hauptfest wurde nach den Hungerkatastrophen von 1816 und 1817 von König Wilhelm I. und seiner Frau Katharina gestiftet und 1818 erstmals gefeiert. Es sollte ein Fest sein, das den Austausch von Erfahrungen und von fachlichem Wissen ermöglicht, um so die landwirtschaftliche Industrie und den ökonomischen Wohlstand zu fördern.
Die Verbindung aus Fach- und Freizeitangebot macht bis heute die besondere Attraktivität der beiden Feste aus. Deshalb soll auch zukünftig das Landwirtschaftliche Hauptfest eng mit dem Cannstatter Volksfest verbunden bleiben. Beide öffnen am 23. Juli. Das Hauptfest dauert bis zum 1. Oktober, auf dem Cannstatter Volksfest kann bis zum 8. Oktober gefeiert werden.
Ausstellungen und Themen beim Hauptfest
In diesem Jahr sind die Großmaschinen wie Schlepper und Mähdrescher mit den bekannten Marken wie beispielsweise Case IH, Claas, Fendt, Holder, John Deere, Landini, Massey Ferguson oder Same-Deutz-Fahr auf der Messe vertreten. Hier kann sich das Fachpublikum über technsische Neuheiten im Bereich der Außentechnik informieren. Aber auch bei den Verbrauchern sind die gewaltigen Maschinen gern gesehene Attraktionen.
Die sogenannte Innentechnik ist ebenfalls mit zahlreichen Ausstellern vertreten: Hier werden die neuesten Entwicklungen im Stallbau und bei der Haltungstechnik präsentiert.
Eines der Schwerpunktthemen in diesem Jahr lautet regenerative Energien und nachwachsende Rohstoffe. Wegen seiner Aktualität und Bedeutung wird dieses Thema als Sonderschau in einer eigenen großen Ausstellungshalle und zusätzlich auf Freiflächen vorgestellt. Mitarbeiter des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum, der Forstverwaltung und der Landwirtschaftlichen Hochschulen informieren ausführlich über Biogas, alternative Heizungsanlagen, Regenwasser-Sammelsysteme sowie über Sonnen- und Windenergie. Ergänzend zu den Ausstellungen findet am Mittwoch, 27. September, ein Kongress zum Thema „Mobil mit Biomasse“ im neuen Mercedes-Benz Museum statt.
Die Informationsmöglichkeiten für Verbraucher sind ebenfalls sehr breitgefächert: Bei der Ernährung rückt das Gemüse in den Blickpunkt. Es gibt Antworten auf wichtige Fragen wie: Welches Gemüse wächst bei uns zu welcher Jahreszeit? Was sind Handelsklassen? Wie wird die Qualität von Gemüse kontrolliert? Wie wertvoll ist es für unsere Gesundheit und welche Rolle spielt es bei der Kinderernährung?
Wem der Sinn nach Urlaub auf dem Bauernhof steht, hat auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest die Gelegenheit mehr zum Thema Landtourismus zu erfahren. Höhepunkt in diesem Bereich ist die Prämierung der „DLG-Ferienhöfe des Jahres 2006“ durch Landwirtschaftsminister Peter Hauk am 25. September um 16 Uhr.
Bildung und Ausbildung rücken gleich mehrfach in den Fokus: Für die jüngeren Besucher wird gleichzeitig zum Hauptfest eine Informationsplattform im Internet unter www.Hallo-Landwirtschaft.de gestartet, die Kindern und Jugendlichen alles zum Thema Landwirtschaft erklärt. Wer sich für „Grüne Berufe“ wie z.B. Winzer, Landwirt, Gärtner, Forst- oder Tierwirt interessiert, erfährt alles über Berufsinhalte und freie Ausbildungsplätze. Auch Schülerinnen und Schüler der landwirtschaftlichen Fachschulen präsentieren ihre Arbeitsprojekte und informieren über die Fachschulbildung.
Für Fachbesucher und Verbraucher sicherlich gleichermaßen interessant sind die Tierschauen. Im Großtierzelt gibt es die Vielfalt der Rinder-, Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Pferderassen zu bestaunen. Ein eigenes Zelt bekommen die Kleintiere, zu denen Bienen, Fische, Geflügel, Kaninchen aber auch Damwild gehören. Alle Tierarten werden möglichst naturnah und in einer tiergerecht gestalteten Umwelt präsentiert.
Ein attraktives Unterhaltungsprogramm für Jedermann
Auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest gibt es traditionell nicht nur Informationen, sondern auch ein unterhaltsames Programm. Am 25. September wird die Landesmeisterschaft im Schafscheren auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest ausgetragen und am 28. September lässt sich ein Hufschmied bei der Arbeit zusehen. In der „kleinen Schweineschule“ im Tierzelt können insbesondere Kinder viel über dieses Haustier lernen.
Fast täglich gibt es Melkvorführungen, ein Quiz für Kinder und Ponys zum Anfassen. Die Rassenvielfalt bei Rindern, Schweinen, Pferden, Ziegen und Schafen wird täglich in Tierschauen vorgestellt. Im Anschluss daran und um jeweils 16 Uhr präsentiert das Haupt- und Landgestüt Marbach in einem Schauprogramm Pferde aus ihrer Araberherde, eine große Hengstquadrille sowie verschiedene Anspannungen und Kutschen. Pferde sind auch das Thema am 30. September, an dem ein großes Schauprogramm zur Pferdezucht stattfindet. Außerdem wird gezeigt, wie modern traditionelle Arbeitsmethoden wie das Holzrücken mit einem Zugpferd heute noch sind. Eine weitere, ganz besondere Attraktion gibt es täglich: Immer um 16.30 Uhr reitet der Schweizer Bruno Isliker seine „springende Kuh“ Sybille, die gelernt hat, wie ein Pferd über Hindernisse zu springen. Seit Jahren begeistern die beiden das Publikum in ihren Shows und Fernsehauftritten, unter anderem bei „Wetten dass?“.
In gewohnter Weise bietet die Studiobühne in Halle 1 täglich von 10 bis 17.30 Uhr Beiträge, Unterhaltung, Informationen, Interviews und Wissenswertes rund um die Land- und Agrarwirtschaft Baden-Württembergs.
Im Vorfeld des Landwirtschaftlichen Hauptfestes waren verschiedene Wettbewerbe ausgeschrieben, deren Resultate auf der Messe ausgestellt und bewundert werden können. Beim Kunstwettbewerb, an dem jeder teilnehmen konnte, bestand die Aufgabe darin, Plastiken oder Skulpturen mit landwirtschaftlichem Bezug zu fertigen. Die Resonanz war überwältigend: Mehr als 200 zum Teil außergewöhnliche Objekte wurden zur Jurierung eingereicht. Die 25 prämierten Arbeiten dieses Wettbewerbs werden in einer Ausstellung präsentiert.
Der Strohfiguren-Wettbewerb, der noch bis 31. August läuft, richtet sich an die Landwirte selbst, die aus Stroh gefertigte Figuren aller Art einreichen können. Die originellsten Kreationen werden ebenfalls beim Hauptfest ausgestellt.
Weitere Informationen zum Landwirtschaftlichen Hauptfest im Internet unter www.lwh-stuttgart.de.
Text: Referat Öffentlichkeitsarbeit Landesbauerverband in BW e.V.
Fotos: Andreas Rosar
|