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Das Königreich Württemberg 1806 1918 Monarchie und Moderne
vom 22. September 2006 bis 4. Februar 2007 im Alten Schloss in Stuttgart
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oben: die württembergische Krone ist derzeit im Alten Schloss in Stuttgart zu sehen
unten: historischer Stich aus dem 19. Jahrhundert mit königlichen Reitern |
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Stuttgart-City: seit 28. August (Abend) leuchtet die Württemberg-Krone auf dem Dach des Alten Schlosses. Die Krone wiegt 1,8 Tonnen, ist 8 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 6 Metern. Sie wurde aufgestellt für die Ausstellung "Das Königreich Württemberg" (oben)
mit einem Kran wurde zuvor die Krone auf das Turmdach des Alten Schlosses gezogen (unten) und strahlt seither über dem nächtlichen Stuttgart (ganz unten) |
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Stuttgart - Vor 200 Jahren am 1. Januar 1806 wurde Württemberg zum Königreich erhoben. Dieses historische Ereignis mit seinen grundlegenden territorialen Veränderungen ist der Anlass für die große Landesausstellung im Alten Schloss in Stuttgart, dem Sitz des Landesmuseums Württemberg. Mit über 850 hochkarätigen und ungewöhnlichen Objekten aus den verschiedensten Bereichen werden die Entwicklungen bis zum Jahr 1918 verfolgt: Am Ende des Ersten Weltkriegs fand mit der Ausrufung der Republik auch die württembergische Monarchie ihr Ende nach 112 Jahren und vier Herrschern.
Die Ausstellung gliedert sich in zwei Teile: Im ersten werden die dramatischen Umbrüche in der Geschichte des Königreichs veranschaulicht und die Reformen benannt, die das Fundament für den modernen Staat bilden. Die württembergische Krone, das Szepter und der Thron symbolisieren den Machtanspruch König Friedrichs (18061816), einem Regenten, der noch ganz dem Absolutismus verpflichtet war. Am Ende der Chronologie steht König Wilhelm II. (18911918), der sich als Bürger unter Bürgern sah, auf dessen Stuttgarter Stadtpalais Revolutionäre 1918 aber dennoch die rote Fahne hissten.
Die Könige und Königinnen werden als Protagonisten der Monarchie ausführlich charakterisiert. So veranschaulicht ein Ensemble mit Ausstattungsstücken der »Wilhelma« den exotischen Rückzugsort König Wilhelms I. (18161864). Das Repräsentationsbedürfnis der Königin Olga (1864-1891), einer Zarentochter, kommt in den vergoldeten Möbeln aus ihrem Schlafzimmer zum Ausdruck. Zudem bieten persönliche Erinnerungsstücke einen sentimentalen Rückblick auf die königliche Familie.
Im zweiten Ausstellungsteil stehen die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen im Mittelpunkt. Die Intensivierung der Landwirtschaft, die Gewerbeförderung und die Industrialisierung trugen dazu bei, Württemberg zukunftsfähig zu machen. Mit der Arbeiterschaft und dem Bürgertum gewannen neue Gesellschaftsschichten an Bedeutung. Die wachsende kulturelle Dominanz des Bürgertums zeigt sich beispielhaft an der Entwicklung Stuttgarts von einer höfisch geprägten Residenzstadt zur bürgerlichen Großstadt.
Entscheidenden Anteil an den Veränderungen hatten Erfindungen und technische Entwicklungen des 19. Jahrhunderts. Mit Eisenbahn, Automobil und Zeppelin wird eine bis dahin futuristisch erscheinende neue Mobilität erreicht. Frühe Fotografien und Filme werden vorgeführt und lassen erahnen, wie überraschend neu der Blick auf Württemberg und seine Bewohner mit diesen damals modernen Medien gewirkt haben muss.
Am Ende geht es um die Frage, was zur Identitätsfindung des neuen Staates Württemberg beigetragen hat. War es die Entstehung von Trachten- und Heimatvereinen, der Bau des Ulmer Münsterturms oder der Kult um literarische und historische »Helden« wie »Rulaman«, das »Hutzelmännlein« und Eberhard im Bart?
Katalog zur Ausstellung: 450 Seiten, 600 Abbildungen 25 Euro
Text: Landesmuseum Württemberg
Altes Schloss
Schillerplatz
70173 Stuttgart
Fon: 0711/ 279-3498
Fax: 0711/ 279-3492
E-Mail: info@landesmuseum-stuttgart.de
Fotos: Landesmuseum und Andreas Rosar, fotoagentur-stuttgart.de


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