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Schwere Geburt bei einer Antilope
Das Blessblockjunge kam durch Kaiserschnitt auf die Welt

Blessbock Wilhelma Fotoagentur Stuttgart Rosar
das Blessbock-Junge, der neue Stolz der Wilhelma
Stuttgart (11.10.2006) - Vor genau vier Wochen versammelten sich die Pfleger erwartungsfroh um das Blessbockweibchen Lea, denn die Geburt kündigte sich an. Doch trotz Pressen, immer wieder niederknien und sich wenden, konnte Lea ihr Junges nicht herausbringen. Tierarzt Wolfram Rietschel wurde gerufen und versuchte das Junge im Mutterleib mit seinen Händen in eine gute Position zu drehen. Geholfen hat auch das nicht, und dem Muttertier schwanden langsam seine Kräfte. Da kam nur noch eins in Frage: Kaiserschnitt! Vollnarkose für die Mutter und los ging es. Zum ersten Mal kam ein Blessböckchen so in der Wilhelma zur Welt.
Nach der Geburt war die Mutter durch den Kaiserschnitt sehr geschwächt, dass nicht sicher war, ob sie überleben würde. An das Säugen ihres Jungen war gar nicht zu denken. Daher gaben die Pfleger dem jungen Blessbock, einem Männchen, die Flasche. Langsam erholte sich die Mutter, die Milch blieb aber aus. So ist das Böckchen nun zweifach bestens versorgt: von den Tierpflegern viermal täglich eine Flasche Milch und von der Mutter die Obhut und Nähe. Damit das Junge nicht beim Trinken zu sehr auf den Menschen geprägt wird, geht der Pfleger nicht ins Gehege zu Mutter und Kind, sondern hält die Flasche nur durch den Zaun hindurch.
Blessböcke gehören zu den so genannten Kuhantilopen. Sie kommen im offenen Grasland vor. In freier Wildbahn waren die Tiere schon ausgerottet. Aus bereits bestehenden Gruppen in Zoologischen Gärten konnte ein neuer Bestand nachgezogen werden. Dieser lebt jetzt in Südafrika in Schutzgebieten und Wildfarmen. Für einen entfernten Verwandten, den Blaubock, kam diese Maßnahme zu spät. Er ist eine ausgestorbene Tierart. Die Gründe sind - wie auch beim Blessbock - die Besiedlung des Lebensraums durch den Menschen und seine Haustiere. Weil für Haustiere und Wildtiere zusammen nicht genug Weideland zur Verfügung steht, wurden die Antilopen abgeschossen.

Text und Foto: Zoologischer Garten Stuttgart, Wilhelma